Herrieder Schlossgeschichten

Schloss Herrieden

Seit mittlerweile 5 Jahren ist die Stadt Herrieden im Besitz des Stadtschlosses. Blickt man auf die Entwicklungen zurück, muss man feststellen: In den letzten Jahren hat der Bürgermeister diesem Projekt offensichtlich nicht die Priorität eingeräumt, die es verdient hätte.

Alle bisherigen Bemühungen sind mangels klaren Konzepts im Sande verlaufen.

Nachdem nun auf Initiative von MdB Josef Göppel und dem von ihm ins Leben gerufenen Initiativkreis drei unterschiedliche Schlösser besichtigt wurden, scheint das Thema nun endlich die Aufmerksamkeit zu bekommen, die es schon längst verdient hätte.

Immer wieder haben die Stadtratsmitglieder des BürgerForums zu diesem Thema eine Klausurtagung gefordert. Denn die Sanierung des Stadtschlosses wird die Stadt mehrere Millionen Euro kosten. Angesichts der hohen Investitionssumme einerseits und der zentralen Lage des Gebäudekomplexes andererseits muss es doch im Interesse aller sein, verschiedene Nutzungskonzepte gründlich gegeneinander abzuwägen.

 

Im April 2013 hat der Stadtrat die Bildung einer interfraktionellen Arbeitsgruppe zum Stadtschloss verabschiedet, die noch n i e zur Beratung einberufen wurde und sich in der aktuellen Periode noch nicht einmal konstituiert hat.

 

Dies wäre ein erster Anfang, um aus den verschiedenen Ideen ein stimmiges Nutzungskonzept zu erarbeiten.Wenn eine Kommune für die Sanierung eines zentralen historischen Gebäudes viel Geld in die Hand nimmt, dann muss dies den Bürgerinnen und Bürgern zugutekommen. Das Schloss darf nicht nur zu besonderen Anlässen für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Es darf auch nicht in erster Linie für die Bedürfnisse auswärtiger Tagungsgäste konzipiert werden. Es muss zu einem Treffpunkt für die Herrieder Bevölkerung werden. Durch das Schloss muss das gesamte Quartier eine echte und nachhaltige Belebung erfah-ren. Entscheidend dafür ist eine intelligente Mischnutzung, die viele Herrieder Bürge-rinnen und Bürger häufig ins Schloss führt: Dies hätte durch die Ansiedlung eines Gymnasiums oder einer Fachoberschule, alternativ dazu auch durch die Verlegung des Rathauses oder eines sanierungsbedürftigen Kindergartens erreicht werden können.

Eine mögliche Alternative ist freilich auch eine Mischnutzung durch Musikschule, Bücherei, Eine-Welt-Laden (vgl. Nutzung des Ochsenhofs in Leutershausen), durch eine ambulante Tagespflege für Senioren, durch die Einrichtung von Ausstellungsräumen, die neben einem kleinen Museum zur Stadtgeschichte auch Raum für verschiedene kulturelle Veranstaltungen bieten. Dazu würde es gut passen, im Rahmen der Rathaussanierung den neuen barrierefreien Sitzungssaal und ein Trauzimmer ins Schloss zu verlegen.

Um der Tradition des Gebäudes Rechnung zu tragen, ist natürlich auch eine Schaubrauerei ein denkbares Element, wobei Gastronomie mit Biergartenbetrieb auf keinen Fall fehlen darf!

Es liegt nun in den Händen des Stadtrates, ob bei diesem Großprojekt endlich engagiert und strukturiert gearbeitet und nach intensivem und sachorientiertem Abwägen die beste aller Möglichkeiten gefunden wird.

 

Kriterien dabei müssen sein:

 

  • vertretbares Kosten-Nutzen-Verhältnis für den städtischen Haushalt
  • Schloss und Park als Frequenzbringer für die Altstadt
  • Treffpunkt für alle Herrieder Bürgerinnen und Bürger
  • Barrierefreiheit

Was bisher geschah:  

 

2009
Erwerb des Schloss-Areals durch die Stadt Herrieden 

 

Feb 2012
Stadtratsbeschluss zu Notsicherungsmaßnahmen und Dachinstandsetzung des Torhauses 

 

Juli 2012
Beteiligung am „Bayerischen Gartennetzwerk“ mit 5.000 € zur regionalen und bayerischen Vernetzung des Projektes „Stadtschloss Herrieden“ mit dem Ziel, das Schlossareal für Dienstleistungen, Gastronomie und Veranstaltungen zu nutzen 

 

März 2012
Vorstellung der Planungen für eine zukünftige Teilnutzung des Schloss-Areals durch die Nürnberger Wohn- & Werkstätten (NWW) für Blinde und Sehbehinderte gGmbH mit geplanter Fertigstellung im Sommer 2014 

 

Mai 2012
Beauftragung einer gastronomischen Bedarfsanalyse, welche die Außengastronomie (Biergarten) mit einschließt, Präsentation der Ergebnisse durch den Experten Herrn Arne Kubecka 

 

Juli 2012
Stadtratsbeschluss: Realisierung des Projekts Stadtschloss durch Ausschreibung einer Baukon-zession nach VOB/A. 

 

Dezember 2012
Stillstand: beschlossene Ausschreibung vom Juli noch nicht erfolgt.
Gespräch einiger Stadträte mit Geschäftsführer der NWW auf Initiative von Armin Jechnerer und Aurelia Pelka. Hierbei wird deutlich, dass die Realisierung des Projekts, wie im März 2012 vorgestellt, nicht mehr umsetzbar ist. 

 

Januar 2013
Zustimmung zum fraktionsübergreifenden Antrag von Aurelia Pelka, Armin Jechnerer, Werner Herzog, Horst Winkler: Die europaweite Ausschreibung wird in letzter Minute gestoppt: Kostenersparnis für die Stadt Herrieden ca. 70.000 €, Gestaltungshoheit wieder in Händen der Stadt 

 

April 2013
Bildung der interfraktionellen „AG Stadtschloss“ (mit Johann Buckel als entsandtem Mitglied des mittlerweile gegründeten „Initiativkreises Stadtschloss“ von MdB Josef Göppel) 

 

Juli 2013
Auftaktveranstaltung zum Thema „Die Zukunft des Stadt-schlosses Herrieden“ im kath. Pfarrheim mit reger Bürgerbeteiligung 

 

Februar 2014
Besichtigungsfahrt zum Schloss Lautrach 

 

April 2014
Besichtigungsfahrt zum Schloss nach Unterschwaningen 

 

Oktober 2014
Besichtigungsfahrt zum Schloss nach Titting 

 

November 2014
Stadtratsbeschluss: Verbleib der Verwaltung im Rathaus 

 

November 2014
Stadtratsbeschluss: Erarbeitung eines kulturhistorischen Exposees

 

Und das sagt die Stadt Herrieden zu den Planungen (vgl. Homepage der Stadt Herrieden, Stand: 12. Januar 2015)

Ehemaliges Stadtschloss Herrieden – Neues Leben in alten Gemäuern

Und so geht es weiter…

Die Stadt Herrieden hat für dieses Projekt einen Bürgerbeteiligungsprozess angestoßen, in dem verschiedene Nutzungsvorschläge vorgebracht, abgewogen und diskutiert werden. Eine Auftaktveranstaltung mit reger Beteiligung hat bereits stattgefunden, weitere werden folgen. Über die jeweiligen Termine und Orte wird die Öffentlichkeit über das Amtsblatt informiert. Moderiert und begleitet werden diese Workshops durch das Architekturbüro Jechnerer, das auch hinsichtlich Stadtplanung und Altstadtsanierung für die Stadt Herrieden tätig ist.

Grundsatz und oberstes Ziel unserer Projektentwicklung ist es, eine denkmalverträgliche Nutzung zu finden, die eine öffentliche Zugänglichkeit des Areals sicherstellt, damit das Stadtschloss Herrieden weiterhin für alle Bürgerinnen und Bürger erlebbar bleiben wird.

 

Das neue konzept!