Fortschreibung des Flächennutzungsplan in Herrieden

Pressemitteilung FNP Herrieden Dezember 2017: BürgerForumHerrieden

 

I Erweiterung Schüller am Standort Rother Straße:

  • Wir begrüßen ausdrücklich die positive dynamische Entwicklung der Firma Möbelwerk Schüller.
  • Ein ausreichender Funktionsabstand zum Ortsteil Roth muss jedoch stets gewahrt werden. Im Falle des Breitband-Ausbaus wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass auch die Immobilien in unseren Ortsteilen eine deutliche – von der Stadt gewollte und begrüßte – Wertsteigerung erfahren. Wenn Roth zu einer „Werkssiedlung“ degradiert wird, ist das Gegenteil der Fall: die Immobilien verlieren ihren Wert, Roth wird unattraktiv.
  • Herriedens große Unternehmen haben in der Vergangenheit – und zwar ausnahmslos – eine Firmenverlegung aus der Altstadt heraus vorgenommen, als ein dynamisches Wachstum eine Strukturveränderung erforderlich machte.
  • Eine Erweiterung des Möbelwerks um 25 Hektar – unsere gesamte Altstadt umfasst lediglich 13 Hektar – kommt einer Verdopplung des bestehenden Werks gleich. Damit würde eine neue Monostruktur in Herrieden zementiert und betoniert werden. Um das gewaltige Ausmaß dieser Planungen zu visualisieren, wäre sicherlich eine dreidimensionale Simulation für die Bürger hilfreich. Eine solche Illustration liegt bisher nicht vor.
  • Im sog. IntegrierteStadtEntwicklungsKonzept ISEK hat sich der Stadtrat nach einem umfangreichen Dialog-Prozess 2014 mit den Bürgern einstimmig entschieden, den jetzigen östlichen Stadtrand auch in Zukunft als Bebauungsgrenze festzulegen. Ein Konzept ist als Orientierung und als Leitbild zu sehen, nicht als hemmendes Korsett. Ein Konzeptpapier, dessen Leitziele jedoch völlig missachtet werden, ist eine Farce und Respektlosigkeit gegenüber den Akteuren, die es erarbeitet haben.
  • Der gewaltige zusätzliche Verkehr – vor allem der Schwerverkehr – stellt eine absolute Überforderung unseres Straßennetzes und unserer Bevölkerung dar. Die Belastung der Bürger in der Nürnberger, Münchener und Neunstetter Straße ist bei einer drastischen Steigerung des Verkehrs nicht hinnehmbar.
  • Eine Umgehungsstraße im Nordosten von Herrieden wurde bereits vom Stadtrat verworfen, eine Umgehung durch den Altmühlgrund wäre eine Monstertrasse durch geschütztes Gebiet. Außerdem wurden vor Jahren bei ersten Variantenplanungen für etwaige Umgehungsstraßen von Fachleuten Kosten in Höhe von mindestens 30 Millionen Euro genannt (für die NO-Umfahrung). Um in Zukunft dennoch eine direkte Schwerverkehrsverbindung zwischen der Autobahn und dem größten Betrieb unseres Landkreises herzustellen, ist nur noch die sog. „Ost-Variante“ denkbar, die östlich am Schrotfeld und an Hohenberg vorbei zur A6-Anschlussstelle Eichelberg führt.
  • Im Falle einer massiven Produktionsausweitung des Möbelwerks wird der Ruf nach einer solchen Straße gewiss bald deutlich zu hören sein. In der „Fairen Stadt Herrieden“ sollte man – v.a. im Schrotfeld und in Hohenberg - auf diese unausweichliche Trassen-Diskussion jetzt hinweisen und nicht erst, wenn das Verkehrsaufkommen nach einer „Lösung“ verlangt.
  • Das Möbelwerk sollte in Zukunft auch größere Anstrengungen unternehmen, um Fläche zu sparen. Grundsätzlich sollten mindestens zwei Geschoss-Ebenen geplant und gebaut werden. Dies gilt besonders auch für die benötigten PKW-Parkflächen.

 

II Erweiterung Schüller auf Neunstetter Gebiet („Plattenwerk“):

  • Wir lehnen entschieden die Ausweisung eines neuen Gewerbegebiets auf Herrieder Grund an der A6-Auffahrt ab. Die Auen an der Großen und der Kleinen Aurach sowie an der Altmühl sind unbedingt von einer Bebauung freizuhalten. In diesen sensiblen Bereichen sind nicht nur wertvolle Lebensräume, sondern auch „Erinnerungsräume“ der hier lebenden Menschen für die Zukunft zu schützen. Die markanten Flusslandschaften unserer Heimat gehören allen Bürgern! Außerdem würde ein dynamisch expandierendes Unternehmen auch an der hier geplanten Stelle bald an Entwicklungsgrenzen stoßen.

 

III Lösung: Interkommunales Gewerbegebiet auf Auracher Gebiet an A6

  • Das Bürgerforum hat schon in der Vergangenheit immer wieder – z.B. bei AGIL- oder ILEK-Sitzungen – darauf hingewiesen, dass Herrieden mit seinen Nachbarn im Umgriff des ehemaligen Auracher Rastmarkts ein gemeinsames Gewerbegebiet schaffen sollte, das nicht auf „Logistik“, sondern auf „zukunftsorientierte Produktion und Innovation“ setzt und über einen zu gründenden Zweckverband gemeinsam fair verwaltet wird. Auch die anfallenden Gewerbesteuer-Einnahmen werden nach einem Kriterien-Katalog geteilt!
  • Gerade Politiker, die unsere Heimat gemeinsam im Kreistag vertreten, sollten im 21. Jahrhundert altes „Kirchturmdenken“ überwinden und elegante gemeinsame Lösungen unterstützen.
  • Wenn sowohl ein künftiges „Plattenwerk“ als auch die Werkserweiterung der Firma Schüller gemeinsam im interkommunalen Gewerbegebiet an der A6-Auffahrt auf Auracher Gebiet entstehen, wird ein Maximum an belastendem Binnen- und Zulieferverkehr bereits am Fertigungsstandort ökologisch und ökonomisch sinnvoll vermieden! 
  • Bei dieser Lösung orientiert man sich an dem landesplanerischen Anbindegebot, nutzt die Autobahn als bereits existierenden Riegel zu den sensiblen Bereichen der Altmühlauen, bewahrt die vertrauten Landschaftssituationen im Talgrund und ermöglicht einem aufstrebenden Unternehmen weitere Entwicklungsperspektiven. Der Ortsteil Hilsbach wird strukturell nicht beeinflusst. Im Gegensatz zu „Interfranken“ existiert bereits eine leistungsfähige direkte Autobahnanbindung, die Verkehrsströme von den Nachbarorten fernhält.
  • Dass diese Chance von der Herrieder Stadtspitze bisher entweder nicht ausgelotet wurde oder etwaige erfolglose interkommunale Verhandlungen der Öffentlichkeit nicht mitgeteilt wurden, ist nicht nur bedauerlich, sondern ein massives Versäumnis.

 

Armin Jechnerer (Fraktion BürgerForumHerrieden)

Herrieden, den 7.12.2017

Aurachs Angebot zur interkommunalen Zusammenarbeit

aus dem Bericht über die
öffentliche Sitzung des Gemeinderates
Donnerstag, 23. Februar 2017, 19.30 Uhr, im Mehrzweckraum
der Johann-Anton-von-Zehmen-Grundschule in Aurach

(...)
6. Bauleitplanung
6.1 Stadt Herrieden: Fortschreibung des Flächennutzungsund
des Landschaftsplanes
Der Gemeinderat nimmt die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes
der Stadt Herrieden zur Kenntnis.
Unter
dem Aspekt der demografischen Entwicklung und des im
LEP Bayern verankerten Grundsatzes des Flächensparens
wird das Maß, in dem die Stadt Herrieden neue Bauflächen
ausweisen will, kritisch gesehen. Was die Ausweisung
eines interkommunalen Gewerbegebietes anbelangt,
wird eine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert.